ESG-KPIs – „Zweck des Unternehmens“

KPI-Bezug:

>> Übergeordneter Zweck des Unternehmens <<

Metrik und Berichtsangabe:

  • Hat das Unternehmen einen erklärten Zweck, der mit gesellschaftlichem Nutzen und seinem Kerngeschäft in einem Bezug steht?
  • Materielle Beteiligung von Interessengruppen gemessen als Prozentsatz je Stakeholder-Gruppe, der sich des erklärten Zwecks des Unternehmens bewusst ist und glaubt, dass das Unternehmen ihn authentisch umsetzen

Erläuterung zu „Metrik & Berichtsangabe“:

Die Überwachung der von einem Unternehmen gewählten Prioritäten in Bezug auf Planet, Menschen und Wohlstand erfordert ein klares Verständnis und eine klare Formulierung des Unternehmenszwecks. Je mehr Unternehmen ihren gesellschaftlichen Nutzen und ihr Kerngeschäft miteinander verknüpfen können, desto mehr können sie langfristigen Wert schaffen, sowohl für ihre unmittelbaren Stakeholder (einschließlich der Aktionäre) als auch für die Gesellschaft insgesamt.

Es gibt gegenwärtig substantielle Anzeichen dafür, dass zweckgerichtete Firmen ihre Konkurrenten in Bezug auf den Shareholder Value (https://www.institutionalinvestor.com/article/b1hm5ghqtxj9s7/Where-ESG-Fails) übertreffen und besser in der Lage sind, nicht-finanzielle Werte im Zusammenhang mit Menschen, Planet und Wohlstand zu berücksichtigen und zu verfolgen. Daher wird diese „Metrik & Berichtsangabe“ auch zunehmend von Analysten und institutionellen Anlegern in ihren Rating/Diligence-Entscheidungsfindungen berücksichtigt.

Die hier vorgestellte ESG-Metrik ist ein geeigneter KPI, da sie das Ergebnis eines Prozesses zur Formulierung und Veröffentlichung eines Zwecks misst und so eine relevante Grundlage dafür liefert, ob Firmen einen Zweck verfolgen oder nicht.

Dieser Kennzahl ist gegenüber anderen rein auf Investitionen gerichtete Metriken der Vorzug zu geben, denn

  • sie nimmt auf das Ausmaß Bezug, in dem die Unternehmenskultur auf den Unternehmenszweck ausgerichtet ist,
  • sie ist einfacher zu bewerten,
  • sie ist qua-definitionem grundlegend für eine zweckorientierte Wertschöpfung und
  • lässt sich zwischen Unternehmen besser vergleichen.

Diese Berichtsangabe ist ein robuster Basisindikator, da ein explizit erklärter Zweck der wesentliche erste Schritt ist, um ein zweckorientiertes Unternehmen zu werden.

Das Verständnis der Stakeholder der Ziele und das Vertrauen in diese Ziele ist entscheidend, um ein kontinuierliches Engagement zu erreichen und aus dem gewachsenen Vertrauen Wert zu schöpfen. Diese Kennzahl ist ein etablierter und geeigneter Indikator für den „Zweck des Unternehmens“, da sie eine externe Bestätigung dafür liefert, dass das Unternehmen einen authentischen Zweck festgelegt und sich diesem verpflichtet hat. Als solcher ist dieser Indikator nützlich, um zu beurteilen, ob ein Unternehmen einen langfristigen kommerziellen und gesellschaftlichen Wert anstrebt.

Regulatorischer Bezug:

GRI (102‐26), EPIC, Colin Mayer und andere

Wenngleich eine gute Unternehmenssteuerung grundsätzlich für die Erreichung aller SDGs wichtig ist, wird „good governance“ in drei spezifischen SDGs explizit hervorgehoben:

“A company is more than an economic unit generating wealth. It fulfils human and societal aspirations as part of the broader social system. Performance must be measured not only on the return to shareholders, but also on how it achieves its environmental, social and good governance objectives.” – Davos Manifesto 2020

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