KPI-Bezug:
>> Ethisches Verhalten <<
Metrik und Berichtsangabe:
- Korruptionsbekämpfung:
- Gesamtprozentsatz der Mitglieder der Leitungsorgane, Mitarbeiter und Geschäftspartner, die Schulungen zur Antikorruptionspolitik und zu den Antikorruptionsverfahren der Organisation erhalten haben, aufgeschlüsselt nach Regionen
- Gesamtzahl und Art der Korruptionsvorfälle, die im laufenden Jahr bestätigt wurden, sich aber auf die Vorjahre beziehen
- Gesamtzahl und Art der während des laufenden Jahres bestätigten Korruptionsvorfälle, bezogen auf dieses Jahr
- Geschützte Ethikberatung und Berichtsmechanismen: Eine Beschreibung der internen und externen Mechanismen für
- die Einholung von Ratschlägen zu ethischem und rechtmäßigem Verhalten sowie zur organisatorischen Integrität;
- die Meldung von Bedenken über unethisches oder rechtswidriges Verhalten und organisatorische Integrität
- Ausrichtung von Strategie und Richtlinien hinsichtlich Lobbying: Einzelheiten darüber, ob und inwieweit die Richtlinien und die Strategien mit der Lobbyarbeit, der Interessenvertretung, den Mitgliedschaften und den damit verbundenen Aktivitäten des politischen Engagements der Organisation abgestimmt sind, einschließlich Einzelheiten zur Beteiligung an einschlägigen Initiativen mehrerer Interessengruppen
- Monetäre Verluste durch unethisches Verhalten: Gesamtbetrag der finanziellen Verluste infolge von Gerichtsverfahren im Zusammenhang mit Betrug, Insiderhandel, Kartellrecht, wettbewerbswidrigem Verhalten, Marktmanipulation, Fehlverhalten oder anderen damit zusammenhängenden Branchengesetzen oder -vorschriften
Erläuterung zu „Metrik & Berichtsangabe“:
Unternehmenskorruption kann dort gedeihen, wo die Unternehmensführung schwach ist. Sie ist mit Fehlallokation von Kapital, Umweltschäden, Ausbeutung von Menschen sowie unethischem und illegalem Verhalten verbunden.
Die Öffentlichkeit erwartet von Unternehmen, dass sie sich an ethische Geschäftspraktiken halten; Korruption untergräbt die Legitimität und das Vertrauen der Stakeholder.
Unternehmen, die Antikorruptionspolitiken und -praktiken umsetzen, tragen direkt zur Vision der SDG 16.5 bei, „Korruption und Bestechung in allen ihren Formen erheblich zu reduzieren“, ihren eigenen langfristigen Wert zu schützen und zu einem größeren langfristigen gesellschaftlichen Wert beizutragen.
Schulungen zur Korruptionsbekämpfung entwickeln die Antikorruptionsfähigkeiten eines Unternehmens, und die Gesamtzahl und Art der Korruptionsvorfälle sind eine direkte Folge der übergreifenden Antikorruptionsfähigkeiten eines Unternehmens. Die Überwachung der Anzahl und des Anteils neuer Korruptionsvorfälle, die nicht mit den Vorjahren in Zusammenhang stehen, im Vergleich zu Vorfällen, die mit den Vorjahren zusammenhängen, ermöglicht die Beobachtung einer Verbesserung oder eines Rückgangs der Antikorruptionspraktiken eines Unternehmens. Diese Kennzahlen sind daher zu wählen, weil sie ergebnisorientiert sind und sich leichter zwischen Unternehmen und über die Zeit hinweg vergleichen lassen.
Diese Berichtsangaben zeigt die Mechanismen (z.B. Whistleblowing-Verfahren) auf, die vorhanden sind, um Beiträge zu Ethikthemen und Berichte über potenzielle Probleme zu erhalten, sowie die Art und Weise, wie diese Mechanismen geschützt werden, um eine solide Beratung und Berichterstattung zu fördern. Dies ist eine zentrale Governance-Berichtsangabe, da geschützte ethische Beratungs- und Berichterstattungsmechanismen die authentische Absicht der Leitungsorgane zeigen, ethisches Fehlverhalten zu verhindern.
Diese Berichtsangabe ist relevant und geeignet, weil sie universell anwendbar ist und am besten einen Vergleich und eine Bewertung des Engagements von Leitungsorganen für die Überwachung ethischen Verhaltens ermöglicht.
Ohne einen Mechanismus, mit dem Mitarbeiter und andere wichtige Interessengruppen unethisches oder ungesetzliches Verhalten melden können, verpassen Unternehmen möglicherweise Gelegenheiten, die zugrunde liegenden Probleme zu erkennen und abzuschwächen. Unternehmen, die ihre Stakeholder ermutigen, Feedback zu geben, können schneller auf Fehlverhalten reagieren, Vertrauen zu ihren Stakeholdern aufbauen und Schaden für den langfristigen Wert verhindern.
Um einen Beitrag zur langfristigen Wertschöpfung zu leisten, muss das Verhalten von Unternehmen nicht nur den bestehenden Normen entsprechen, sondern auch mit den langfristigen Zielen des Unternehmens übereinstimmen, sowohl in kommerzieller als auch in gesellschaftlicher Hinsicht. Diese Berichtsangaben sind ein kritischer etablierter Indikator für das Unternehmensverhalten, da sie Aufschluss darüber geben, inwieweit Lobbying und Advocacy (ein wichtiger, aber potenziell schädlicher Bereich der Unternehmenstätigkeit) nicht nur zulässig, sondern auch auf die öffentlich erklärten Ziele und Zwecke des Unternehmens ausgerichtet sind.
Die Konsistenz zwischen Unternehmensaktivitäten wie Lobbying und der öffentlichen Strategie des Unternehmens ist eine Kernkomponente der Ausrichtung auf langfristige Ziele, die wiederum für die langfristige Wertschöpfung wesentlich ist. Die Überwachung dieser Konsistenz ist ein nützlicher Indikator für die allgemeine Transparenz und die authentische Verfolgung der Unternehmensziele, die beide für die langfristige Wertschöpfung mit den Stakeholdern wichtig sind.
Um ethisches Verhalten umfassend beurteilen zu können, ist es wichtig, nicht nur die Prozesse zu überwachen, mit denen es gefördert wird, sondern auch das tatsächliche Verhalten des Unternehmens im Laufe der Zeit.
Die Gesetze und regulatorischen Vorgaben, die das Verhalten von Unternehmen und die Durchsetzung dieser Gesetze regeln, sind ein nützlicher Anhaltspunkt für die Beurteilung des tatsächlichen Verhaltens von Firmen.
Die genannten Metriken sind ein kritischer Erfolgsfaktor / etablierter Indikator für ethisches Verhalten, da sie sich auf das tatsächlich beobachtete Verhalten der Firma konzentriert und sich auf externe Parteien (Regulierungsbehörden) und einen robusten formellen Prozess (Durchsetzung und Gerichte) verlässt, um dieses Verhalten zu bewerten.
Darüber hinaus ermöglicht die Messung in monetären Größen einen besseren Vergleich zwischen den Unternehmen.
Regulatorischer Bezug:
GRI (205‐2) sowie GRI (205‐3) analog, GRI (102‐17), CDSB (REQ‐01) und SAM (3.4.5); SASB (510a.1).
Wenngleich eine gute Unternehmenssteuerung grundsätzlich für die Erreichung aller SDGs wichtig ist, wird „good governance“ in drei spezifischen SDGs explizit hervorgehoben:

“A company is more than an economic unit generating wealth. It fulfils human and societal aspirations as part of the broader social system. Performance must be measured not only on the return to shareholders, but also on how it achieves its environmental, social and good governance objectives.” – Davos Manifesto 2020

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