CDSB – das Climate Disclosure Standards Board

Das Climate Disclosure Standards Board (CDSB) ist ein internationales Konsortium mit Vertretern aus Unternehmen, Wissenschaft, Wirtschaftsprüfung und NGOs. Die Organisation wurde 2007 beim Weltwirtschaftsforum gegründet. Der CDSB versteht sich als eine Arbeitsgemeinschaft globaler Wirtschafts- und Umweltorganisationen, zu der beispielsweise das CDP, die Coalition for Environmentally Responsible Economies (kurz CERES), die International Emissions Trading Association (kurz IETA), das World Business Council for Sustainable Development (kurz WCBSD), das Weltwirtschaftsforum und das World Resources Institute (kurz WRI) gehören.

Das in London ansässige CDP fungiert als eine Art Sekretariat des Konsortiums.

Der CDSB sieht seine Aufagbe in der Förderung und der Weiterentwicklung von Angaben in Bezug auf den Klimawandel in der allgemeinen Berichterstattung. Dies unterstützt er durch die Entwicklung eines entsprechenden Rahmenkonzepts für die Unternehmensberichterstattung. Ziel ist es, das global vorherrschende Modell der Unternehmensberichterstattung dahingehend weiter zu entwickeln und auszurichten, das „Naturkapital“ mit „Finanzkapital“ gleichgesetzt werden. Das CDSB FRAMEWORK hat den Anspruch Unternehmen zu befähigen, mit der gleichen Genauigkeit wie aktuell über Finanzinformationen über „Naturkapital“ zu berichten. Die Idee dahinter – eine solche Berichterstattung hilft Unternehmern, den Anlegern über den allgemeinen Unternehmensbericht entscheidungsrelevante Umweltinformationen zur Verfügung zu stellen, wodurch die effiziente Kapitalallokation verbessert wird.

Zum Begriff des Naturalkapital – das CDSB Framework versteht den Begriff gemäß der Definition des IIRC’s, die im englischen Original wie folgt lautet: “all renewable and non-renewable environmental resources and processes that provide goods or services that support the past, current or future prosperity of an organisation. It includes air, water, land, minerals and forests, biodiversity and ecosystem health” (Quelle IIRC Framework).

Übergeordnetes Ziel ist es gemeinsam zu nachhaltigeren Wirtschafts-, Sozial- und Umweltsystemen beizutragen.

  • Anleger können fundierte und solide Entscheidungen zur Kapitalallokation treffen, die auf Klarheit, Vertrauen und Vertrauen in den Klimawandel, das Naturkapital und die von einem Unternehmen offenbarten Chancen und Risiken für die Umwelt beruhen.
  • Analysten können besser in die Lage versetzt werden, Informationen zum Klimawandel, zur Umwelt und zum Naturkapital zu nutzen, um die Auswirkungen auf den zukünftigen Cashflow und letztendlich die Unternehmensbewertungen zu bestimmen.
  • Unternehmen können das CDSB-Rahmenwerk verwenden, um Informationen zum Klimawandel, zur Umwelt und zum Naturkapital in die allgemeinen Finanzberichte aufzunehmen und Unternehmen dabei zu unterstützen, eine ganzheitliche Sicht darauf zu erhalten, wie sich Klimawandel und Naturkapital auf ihre Leistung auswirken können und welche Maßnahmen sie ergreifen können die Risiken und Chancen.
  • Regulierungsbehörden  können von standardfähigem Konzepten und einem Rahmenwerk profitieren, die sofort übernommen oder als Methode zur Einhaltung von Vorschriften / Leitlinien verwendet werden können, um Vergabentscheidungen in Bezug auf die Nutzung natürlicher Ressourcen, Land und nachhaltiges Verhalten zu treffen.
  • Die Börsen können neue freiwillige und obligatorische Kontierungsanforderungen berücksichtigen, die mit dem wesentlichen Klimawandel, den Risiken und Chancen im Zusammenhang mit Umwelt- und Naturkapital verbunden sind.
  • Wirtschaftsprüfungsgesellschaften können umfassendere Sicherheit von Unternehmen bieten, die über den Klimawandel berichten sowie Umwelt- und Naturkapital bezogene Leistung.

CDSB und die Task Force on Climate-related Financial Disclosures (kurz „TCFD“) haben den TCFD Knowledge Hub aufgelegt, eine Online-Plattform mit aktuellen Ressourcen, Hilfsmitteln und Erkenntnissen, um Organisationen zu helfen die TCFD Empfehlungen umzusetzen.

Das CDSB-Framework legt einen Ansatz für die Berichterstattung über Umweltinformationen in sog. „Mainstream-Reports“ fest. Umweltinformationen umfassen Informationen über die der berichtenden Organisation:

  • Abhängigkeiten des natürlichen Kapitals;
  • Umweltergebnisse;
  • Umweltrisiken und -chancen;
  • Umweltpolitik, -strategien und -ziele; und
  • Leistung im Hinblick auf Umweltziele.

Mainstream-Reports sind die jährlichen Berichtspakete, in denen die Organisationen ihre geprüften Finanzergebnisse gemäß den Unternehmens-, Compliance- oder Wertpapiergesetzen vorzulegen des Landes, in dem sie tätig sind. Mainstream-Reports sind normalerweise öffentlich zugänglich. Sie bieten bestehenden und potenziellen Investoren Informationen über die finanzielle Lage und die finanzielle Leistung der Organisation und unterscheiden sich von separat veröffentlichten Materialien. Die genauen Bestimmungen, nach denen Unternehmen zur Lieferung von Mainstream-Finanzberichten verpflichtet sind, unterscheiden sich international, enthalten jedoch im Allgemeinen Finanzberichte, andere Finanzberichte einschließlich Erklärungen der Unternehmensführung und Kommentare der Geschäftsführung.

Das CDSB-Framework geht davon aus, dass die folgenden Angelegenheiten routinemäßig in ein Mainstream-Report gemeldet werden und bieten daher einen Kontext für Umweltinformationen:

  • die Hauptaktivitäten und das Geschäftsmodell der Organisation;
  • die Hauptmärkte und Gerichtsbarkeiten, in denen die Organisation tätig ist;
  • eine Beschreibung der Lieferkette der Organisation; und
  • Weitere wichtige rechtliche, personelle und Leistungsindikatoren.

Die spezifischen Ziele des CDSB-Frameworks sind

  • Angleichung an Zielsetzungen der klassischen Finanzberichterstattung und Ergänzung dieser Ziele, d.h. Bereitstellung von Umweltinformationen über die berichtende Organisation, die mit finanziellen und anderen Informationen in Zusammenhang stehen und für gegenwärtige und potenzielle Eigenkapitalgeber, Kreditgeber und andere Gläubiger bei der Entscheidungsfindung in ihrer Eigenschaft als Kapitalgeber nützlich sind;
  • Förderung der Standardisierung der Umweltinformationsberichterstattung in Mainstream-Reports durch Reflexion und Zusammenführung der weltweit am weitesten verbreiteten und erprobten Berichtsansätze, die sich weltweit herausbilden;
  • Unterstützung von Organisationen bei der Erstellung und Präsentation von Umweltinformationen in Mainstream-Reports, die klar, prägnant und vergleichbar sind und die die Umweltleistung der Organisation mit ihrer Gesamtstrategie, ihrer Leistung und ihren Aussichten verbinden;
  • dem bestehenden Mainstream-Report der Organisation in einer Weise einen Mehrwert hinzufügen, die den Berichterstattungsaufwand minimiert und den Berichterstattungsprozess vereinfacht9;
  • Ermöglichung und Förderung der Entscheidungsfindung von Investoren über die Zuweisung von Finanzkapital für Aktivitäten, die den Umweltschutz unterstützen;
  • Unterstützung der Einhaltung gesetzlicher und anderer Anforderungen an die Berichterstattung über die Bereitstellung von Umweltinformationen; und
  • Unterstützung von Assurance-Aktivitäten durch die Bereitstellung von Berichterstattungsanforderungen und Leitprinzipien, die geeignete Kriterien für die Durchführung von Assurance-Aktivitäten darstellen.

Die CDSB-Richtlinien zur Berichterstattung von Informationen zu Umwelt und Ressourcen im Geschäftsbericht sind gleichermaßen eine Best-Practice-Sammlung für Klimaberichterstattung.

Das erste CDSB-Framework, das Climate Change Reporting Framework, das 2010 veröffentlicht wurde, konzentrierte sich auf die Risiken und Chancen, die der Klimawandel für die Strategie, die finanzielle Leistung und den Zustand einer Organisation darstellt. Im Jahr 2013 beschloss der Vorstand des CDSB, den Geltungsbereich des Rahmenwerks über den Klimawandel und die Treibhausgasemissionen hinaus auf Umweltinformationen und natürliches Kapital auszudehnen. Auslöser für diese Entscheidung waren Entwicklungen in der Unternehmensberichterstattung, darunter die Einführung verbindlicher Anforderungen für die Offenlegung von Umweltinformationen in einigen Jurisdiktionen, die zunehmende Anerkennung der mit der Nutzung natürlicher Ressourcen verbundenen Risiken durch Organisationen und die Forderung nach einem ganzheitlicheren Ansatz für die Unternehmensberichterstattung, um Umweltinformationen (und andere) einzubeziehen. Seit der Erstveröffentlichung im Jahr 2015 wurde der CDSB-Rahmen verfeinert und aktualisiert, um den Marktanforderungen bestmöglich gerecht zu werden und mit den Entwicklungen Schritt zu halten. Um Unternehmen bei der Berichterstattung über entscheidungsrelevante Umweltinformationen weiter zu unterstützen, hat der CDSB ergänzende Leitlinien und andere Ressourcen erstellt. Im Jahr 2018 wurde das CDSB-Framework geändert, um den Bedürfnissen der Nutzer in Bezug auf Klimarisiken und -chancen noch besser gerecht zu werden.Angesichts der sich ändernden Marktanforderungen wurde das CDSB-Framework verfeinert und aktualisiert, um 2019 universelle Anwendbarkeit zu gewährleisten.

CDP – das Carbon Disclosure Project

Das CDP (ehemals Carbon Disclosure Project, CDP) ist eine im Jahr 2000 in London gegründete, internationale gemeinnützige Organisation, die Unternehmen und Regierungen dazu anregt,

  • ihre Treibhausgas-Emissionen zu reduzieren,
  • Wasserressourcen zu schonen sowie
  • die Wälder zu schützen. 

Das CDP hat neben dem Hauptsitz in London, weitere Büros in New York, Dublin, Paris, Berlin, São Paulo, Stockholm und Tokio angesiedelt. Insgesamt erhebt das CDP in etwa 60 Ländern Daten, wobei die Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen eine wichtige Rolle spielt.

Um die Unternehmensleistung zur Bekämpfung von Klimawandel, Schutz des Wassers und der Wälder sichtbar, bewertbar und vergleichbar zu machen, und Investoren und Einkäufern relevante Entscheidungskriterien zur Verfügung zu stellen, unternimmt CDP seit mehreren Jahren eine Punktbewertung (das sogenannte Scoring).

Der Reifegrad der unternehmerischen Verantwortung hinsichtlich Klimathemen wird anhand von einem 4-Stufen-Assessment ermittelt.

  • Die erste Stufe („Disclosure“) bildet die Vollständigkeit der Berichterstattung ab und gilt somit als Indikator für die Nutzbarkeit der Daten. Sie ist gleichzeitig Spiegelbild für die Transparenz eines Unternehmens in Klimawandelfragen.
  • Auf der zweiten Stufe („Awareness“) wird der Bewusstheitsgrad eines Unternehmens für die wechselseitigen Effekte des Klimawandel auf die operative Tätigkeit einerseits und operativer Tätigkeit auf den Klimawandel andererseits analysiert.
  • Auf der dritten Stufe („Management“) wird die Qualität des Klimamanagements eines Unternehmens untersucht. Hier stehen unter anderem der Umgang mit Risiken und Chancen, die sich aus dem Klimawandel ergeben, sowie die Integration ökologischer Themen in die Unternehmensstrategie im Fokus der Analyse.
  • Die vierte Stufe („Leadership“) evaluiert den Grad mit dem ein Unternehmen führend im Bereich Klimawandelmanagement und Klimaschutz ist.

Für jede Stufe wird ein Score ermittelt. Um auf die nächsthöhere Stufe aufzurücken, ist ein Score von mindestens 80 % erforderlich. Wird dieser Schwellenwert unterschritten, wird kein Score für die nachfolgende Stufe vergeben. Das Gesamtrating wird auf Basis des Scores ermittelt, der auf der höchsten erreichten Stufe vergeben wurde.

So erhält zum Beispiel ein Unternehmen, welches einen Score von 88 % auf der Stufe „Disclosure“, 81 % auf der Stufe „Awareness“ und 65 % auf der Stufe „Management“ erzielt, die Gesamtnote B. Liegt der Score auf der höchsten erreichten Stufe unter 45 %, wird dem Buchstaben ein Minus hinzugefügt. Mit einem Score von 81 % auf der Stufe „Disclosure“ und 40 % auf der Stufe „Awareness“ würde ein Unternehmen folglich ein C- erhalten.

Ein A und somit einen Platz auf der A List erhalten ausschließlich Unternehmen, die auf der Stufe „Leadership“ einen Score von mindestens 80 % vorweisen können.
Es sind Unternehmen, deren Antworten ein profundes Verständnis für die mit dem Klimawandel einhergehenden Risiken und Chancen widerspiegeln und die belegen, dass Strategien zu deren Begrenzung respektive wirtschaftlichen Nutzung entwickelt und umgesetzt wurden. Zudem lassen sie ihre CO2- Berichterstattung verifizieren und haben konzernweit Strategien zur Reduzierung der Treibhausgase etabliert.
Bedingung hierfür ist das Vorhandensein bestimmter Angaben im Antwortkatalog sowie der erfolgreiche Abschluss verschiedener zusätzlicher Prüfungsverfahren durch das CDP nach Eingang des Fragebogens.

Auszüge aus CDP Climate Scoring 2017 der DACH-Region

Quelle: https://6fefcbb86e61af1b2fc4-c70d8ead6ced550b4d987d7c03fcdd1d.ssl.cf3.rackcdn.com/cms/reports/documents/000/002/855/original/CDP_2017_DACH_12012018_web.pdf?1517407649

CDP stellt einen relevanten Bestandteil der globalen Plattform für Unternehmensberichterstattung zu Klima und Umwelt. Die Organisation hat die fachliche Expertise und weitreichende Erfahrung, um politische Entscheidungsträger und Regulierer bei der Evaluation existierender nationaler Berichtspflichten und der Erarbeitung neuer Regulierung zu unterstützen.

CDP wird von Investoren zu den führenden Klimaforschungsanbieter gezählt. Die Organisation arbeitet mit institutionellen Investoren mit einem Vermögen von über 106 Billionen US-Dollar zusammen. Über 8.400 Unternehmen mit über 50% der globalen Marktkapitalisierung haben 2019 Umweltdaten über CDP veröffentlicht. Zusätzlich haben über 920 Städte, Bundesstaaten und Regionen entsprechende Informationen offengelegt. Damit ist die CDP-Plattform eine der weltweit umfangreichsten Informationsquellen für die Fragestellung, ob bzw. wie Unternehmen und Regierungen Umweltveränderungen vorantreiben.

CDP ist Gründungsmitglied der We Mean Business Coalition

CDP ist ein eingetragener gemeinnütziger Verein (Registered Charity no. 1122330) und eine in England registrierte Gesellschaft mit Haftungsbeschränkung nach britischem Recht (CLG no. 05013650). Weiterhin gilt es als „spezielles Projekt“ der gemeinnützigen Organisation Rockefeller Philanthropy Advisors mit gemeinnützigem (501(c)3) Status in den Vereinigten Staaten. In Deutschland ist das CDP als gemeinnützige GmbH registriert (HRB 119156B).

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