per un caffè … „shifting the trillions“ – der Abschlussbericht des Sustainable Finance Beirat des Bundes

und was mir heute morgen beim Espresso noch eingefallen ist …..

Die deutsche Wirtschaft befindet sich angesichts veränderter Anforderungen aus Klimakrise, Digitalisierung und Globalisierung in einem grundlegenden Transformationsprozess. Unternehmer sollten einsehen, wichtiger noch, verstehen – Sustainability ist kein Hype und esoterische Spinnerei von Weltverbesserern.

Heute (25.02.2021) hat der Sustainable Finance Beirat des Bundes seinen Abschlussbericht “Shifting the Trillions“ veröffentlicht. Der Sustainable-Finance-Beirat hat mit seinen 31 ambitionierten Handlungsempfehlungen das Finanzsystem ganzheitlich in den Blick genommen.

Quelle: https://sustainable-finance-beirat.de/wp-content/uploads/2021/02/210224_SFB_-Abschlussbericht-2021.pdf

Einen der wichtigsten Hebel für Sustainable Finance sieht der Beirat in den Vorschlägen zur Unternehmensberichterstattung und Informationsinfrastruktur (Sustainability GAAP) und empfiehlt, sie auch in der Umsetzung zeitlich zu priorisieren. Er führt unter anderem in Kapitel 3 des Berichtes aus ….

Um Transformationspotenziale einschätzen zu können, müssen in der Zukunft liegende Chancen und Risiken stärker berücksichtigt werden. Dazu ist es erforderlich, das Instrumentarium der Unternehmenskennzahlen um zukunftsgerichtete ESG-Aspekte zu erweitern und sie in einer integrierten Berichterstattung zusammenzuführen (Integrated Reporting). Erst auf dieser Grundlage werden Investitions- und Finanzierungsentscheidungen möglich, die ökonomische, ökologische und soziale Belange integrieren. Eine zukunftsgerichtete Berichterstattung und Szenarioanalysen leisten einen Beitrag zu Risikomanagement und unternehmerischer Resilienz. Im Sinne einer doppelten Wesentlichkeit sollen dabei Wirkungen der ESG-Belange auf das berichtende Unternehmen ebenso beachtet werden wie Wirkungen des berichtenden Unternehmens, seiner Produkte und Dienstleistungen sowie seiner Geschäftsbeziehzungen auf Umwelt und Gesellschaft.

Mit einer solchen Berichterstattung sind methodisch fundierte Wirkungsmessungen möglich, die vergleichbare Rückschlüsse auf die Nachhaltigkeitsleistung von Portfolien, Unternehmen oder einzelnen Produkten zulassen. Mit einer entsprechenden Berichtspraxis können Akteure am Finanzmarkt identifizieren, welche Unternehmen den Transformationspfad zur Erreichung der Pariser Klimaziele und der Ziele für nachhaltige Entwicklung der Agenda 2030 verfolgen, und damit die eigene Resilienz und Wettbewerbsfähigkeit erhöhen. Bereits die Form
der Berichterstattung bei Nachhaltigkeitsinformationen kann dazu beitragen, die unternehmensinternen Abläufe und Prozesse systematisch zu verbessern
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Quelle: https://sustainable-finance-beirat.de/wp-content/uploads/2021/02/210224_SFB_-Abschlussbericht-2021.pdf
Quelle: https://sustainable-finance-beirat.de/wp-content/uploads/2021/02/210224_SFB_-Abschlussbericht-2021.pdf
Quelle: https://sustainable-finance-beirat.de/wp-content/uploads/2021/02/210224_SFB_-Abschlussbericht-2021.pdf

Mit der Etablierung des Sustainable Finance-Beirats setzt die Bundesregierung die Finanzierung der Klima- und Nachhaltigkeitsziele auf die Agenda. Sie stellt so deren Bedeutung für die gesamte Volkswirtschaft und damit für die Zukunfts- und internationale Wettbewerbsfähigkeit des Finanzstandorts Deutschland heraus.

Der Sustainable Finance-Beirat berät die Bundesregierung bei der Ausarbeitung und Umsetzung ihrer Sustainable Finance-Strategie. Er wurde am 6. Juni 2019 durch die Bundesregierung für die Dauer der aktuellen Legislaturperiode eingesetzt, um bestehende Expertise zu bündeln und den Dialog zwischen den relevanten Akteuren zu fördern. Die Mitglieder sind Praktiker aus Finanz- und Realwirtschaft, Zivilgesellschaft und Wissenschaft.

Die Politik hat in den vergangenen Jahren klar gemacht hat, dass sie die einst formulierten Nachhaltigkeitsziele auch durch Anpassungen des regulatorischen Rahmens und durch massive Förderung nachhaltiger Technologien und Infrastruktur dauerhaft unterstützen wird. Gleichzeitig wurde auch nachfrageseitiger Druck auf viele Wirtschaftsakteure erzeugt, der vor allem Anbieter nachhaltiger Produktalternativen im Vergleich zum herkömmlichen Wettbewerb prosperieren ließ.

Unternehmen die Nachhaltigkeit jenseits vom „greenwashing“ in ihr unternehmerisches Handeln und die Strategie integrieren, sind wirtschaftlich erfolgreicher. Dieser wirtschaftliche Erfolg schlägt sich auch in den Aktienkursen nachhaltiger Unternehmen nieder und ist unter anderem ein Grund dafür, dass nachhaltige Kapitalanlagen in den vergangenen Jahren oft besser performten als ihre konventionellen Pendants.

Massive Investitionen sind nötig, um Produktionsweisen und Geschäftsmodelle zukunftsfähig zu machen und von den Chancen nachhaltiger Entwicklung zu profitieren.

Der Finanzwirtschaft kommt dabei eine Schlüsselrolle zu: Sie muss die nötigen Mittel für die Große Transformation mobilisieren. Mit dem Abschlussbericht des Beirats für Sustainable Finance liegen der Politik konkrete Umsetzungsmaßnahmen vor – der Weg ist skizziert!

… ein umso gelungenerer Start in den Tag!

Die enthaltenen Informationen sind allgemeiner Natur und nicht auf die spezielle Situation einer Einzelperson oder einer juristischen Person ausgerichtet. Obwohl ich mich bemühe, zuverlässige und aktuelle Informationen zu liefern, kann ich nicht garantieren, dass diese Informationen so zutreffend sind wie zum Zeitpunkt ihres Eingangs oder dass sie auch in Zukunft so zutreffend sein werden. Niemand sollte aufgrund dieser Informationen handeln ohne geeigneten fachlichen Rat und ohne gründliche Analyse der betreffenden Situation.

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per un caffè … #sustainabilityGAAP – ein Riese erwacht; die SEC wird aktiv

und was mir heute morgen beim Espresso noch eingefallen ist …..

Die Trustees der IFRS Foundation trafen sich am 1. Februar 2021, um die Antworten auf die ersten drei Fragen ihres Konsultationspapiers zur Nachhaltigkeitsberichterstattung zu prüfen – die Nachfrage nach globalen Nachhaltigkeitsstandards, die Frage, ob die IFRS Foundation eine Rolle spielen sollte, und, falls ja, die Voraussetzungen für den Erfolg einer solchen Aufgabe. Die Antworten deuten auf eine wachsende und dringende Nachfrage nach einer Verbesserung der globalen Konsistenz und Vergleichbarkeit in der Nachhaltigkeitsberichterstattung hin, sowie auf eine starke Anerkennung, dass dringende Schritte unternommen werden müssen, und eine breite Nachfrage nach einer Rolle der IFRS Foundation dabei.

Das nächste Treffen des Kuratoriums findet vom 2. bis 4. März 2021 statt. Angesichts der wachsenden und dringenden Nachfrage ist es die explizit formulierte Absicht des Kuratoriums, bis Ende September 2021 einen endgültigen Vorschlag (einschließlich eines Fahrplans mit Zeitplan) vorzulegen.

Eine ähnliche verbindliche Dynamik entfacht gerade auf der „anderen Seite des Ozeans“ bei der US amerikanischen Börsenaufsicht, SEC. Die amtierende SEC-Vorsitzende Allison Lee erklärte gestern (24.02.2021): „Mehr denn je berücksichtigen Investoren klimarelevante Themen bei ihren Investitionsentscheidungen. Es liegt in unserer Verantwortung, sicherzustellen, dass sie bei der Planung ihrer finanziellen Zukunft Zugang zu den wesentlichen Informationen haben. Die Einhaltung der bestehenden Regeln und die Aktualisierung bestehender Leitlinien sind unmittelbare Schritte, die die Agentur auf dem Weg zur Entwicklung eines umfassenderen Rahmens unternehmen kann, der konsistente, vergleichbare und zuverlässige klimabezogene Offenlegungen hervorbringt.“

In Kombination mit der kürzlichen Ankündigung, dass die SEC die Position eines Senior Policy Advisors für Klimawandel und Umwelt-, Sozial- und Governance-Themen (ESG) geschaffen hat, wird deutlich, dass die neuen Prioritäten der Behörde gesetzt werden.

Erkenntnissen des WSJ zu Folge „untersuchen die Mitarbeiter der SEC derzeit, ob sie standardisierte Offenlegungen für öffentliche Unternehmen vorschlagen könnten, was eine öffentliche Bekanntmachung und die Möglichkeit für Investoren und Unternehmen, Feedback zu dem Vorschlag zu geben, ermöglichen würde, so Personen, die mit der Angelegenheit vertraut sind. Sie untersuchen auch andere Berichtsrahmen und beobachten genau die Entwicklungen in der Europäischen Union und anderen Ländern, sagten diese Personen.“

… ein umso gelungenerer Start in den Tag!

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per un caffè … #CEOletter21, #WEF21, IASB und die „Group of 5“ finden zueinander – das Jahr fängt gut an

und was mir heute morgen beim Espresso noch eingefallen ist …..

Auch im 2021er CEO Letter bleibt Larry Fink mit seiner Ansage an die CEOs bei der Richtung, die Black Rock bereits 2020 signalisiert hat “BlackRock is committed to supporting the goal of net zero greenhouse gas emissions by 2050 or sooner.“ Ferner gibt er folgende Beobachtung und Einschätzung den Unternehmern mit auf den Weg

Diese wachsende Umschichtung hin zu nachhaltigen Anlagen ist auf eine Reihe von Faktoren zurückzuführen – verbesserte Nachhaltigkeitsdaten, ein breiteres Angebot an nachhaltigen Anlagemöglichkeiten und ein wachsender Konsens über Nachhaltigkeit als dauerhaften Renditetreiber. Dies führt zu einer globalen Umschichtung von Kapital in Richtung nachhaltigerer Unternehmen, die sich über viele Jahre fortsetzen wird – und wir glauben, dass Investoren, die sich schneller bewegen, um an dieser Umschichtung teilzunehmen, profitieren werden.

Es gibt viele Gründe für Optimismus, dass Investoren und institutionelle Anleger bald mehr Transparenz und Vergleichbarkeit genießen werden, wenn sie die Bemühungen der investierten Unternehmen zur Überwachung und zum Management wesentlicher ESG-Risiken bewerten. Für alle Organisationen der Nachhaltigkeitsberichterstattung besteht die Herausforderung darin, in einem unsicheren geopolitischen Umfeld als Baustein zu dienen und gleichzeitig auf die Bedürfnisse der Stakeholder einzugehen. Das SASB ist zuversichtlich (vgl. aktuelles Interview mit Katie Schmitz Eulitt, SASB’s Director of Investor Outreach), dass sein Rahmenwerk flexibel genug ist, um die nichtfinanzielle Berichterstattung NFRD bzw. Nachaltigkeitsberichterstattung zu unterstützen; die Entwicklung der Anwendung dieses Rahmenwerks in der Unternehmenspraxis sieht in Großbritannien und den USA, wo politische Entwicklungen mit der Amtszeit Biden den Wandel im Bereich ESG-Investitionen und Offenlegung vorantreiben, ebenfalls positiv aus.

Die Europäische Union hat beispielsweise fast 550 Milliarden Euro für grüne Projekte in den nächsten sieben Jahren zugesagt, fast ein Drittel ihres gegenwärtigen Konjunkturpakets, während Präsident Joe Biden versprochen hat, 2 Milliarden US-Dollar für den Kampf gegen den Klimawandel auszugeben. Es gab auch bemerkenswerte Zusagen von China, Japan und Südkorea, Netto-Null-Volkswirtschaften zu werden, was ein klares Zeichen für den erhöhten Ehrgeiz in Asien ist, der die Investitionslandschaft in der Region verändern sollte.

Es geht voran bei der EU – die Sustainable Finance Strategy wird konsequent verfolgt; der Aktionsplan der EU für ein nachhaltiges Finanzwesen ist Teil umfassenderer Bemühungen, Finanzfragen und die spezifischen Erfordernisse der europäischen und der globalen Wirtschaft zum Nutzen des Planeten und unserer Gesellschaft miteinander zu verknüpfen. Der Aktionsplan zielt insbesondere darauf ab,

  1. die Kapitalflüsse auf nachhaltige Investitionen umzulenken, um ein nachhaltiges und integratives Wachstum zu erreichen;
  2. finanzielle Risiken, die sich aus dem Klimawandel, der Ressourcenknappheit, der Umweltzerstörung und sozialen Problemen ergeben, zu bewältigen;
  3. Transparenz und Langfristigkeit in der Finanz- und Wirtschaftstätigkeit zu fördern.
Quelle: https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:52018DC0097&from=EN

Laut der aktuellen Ergebnisse zu Corporate Knights Liste der Global 100 zahlt sich Nachhaltigkeit für Unternehmen aus. „Fit for Purpose“ steht ganz offensichtlich nicht im Widerspruch zu „Fit for Profit“. Seit seiner Auflegung am 1. Februar 2005 bis zum 31. Dezember 2020 hat der Global 100-Index eine Gesamtrendite von 263% gegenüber einem Anstieg von 220% bei seiner Benchmark, dem MSCI ACWI (All Country World Index), erzielt – so Corporate Knights. Für das Kalenderjahr 2020 verzeichnete der Global 100 angabegemäß einen Anstieg von 26% gegenüber einem Anstieg von 16% für den MSCI ACWI.

Quelle: https://www.corporateknights.com/reports/2021-global-100/2021-global-100-progress-report-16115328/

Die Mitglieder der Global 100 erwirtschaften laut der Corporate Knights Clean Taxonomy 41% ihres Umsatzes mit Produkten oder Dienstleistungen, die sich an den UN-Nachhaltigkeitszielen orientieren, verglichen mit nur 8% für MSCI ACWI-Unternehmen auf gewichteter Basis.

Die Unternehmen der Global 100 weisen auch eine größere Geschlechtervielfalt auf als ihre Konkurrenten: Fast ein Drittel der Vorstandsmitglieder (32%) ist nicht männlich, während es bei den MSCI ACWI-Unternehmen nur 24% sind.

All diese Entwicklungen haben bereits jetzt eine relevante Hebelwirkung für die Entwicklung hin zu einer nachhaltigeren Ökonomie und werden den Wechsel vom “Shareholder Value Approach“ zum “Stakeholder Value Approach“ in der Unternehmensausrichtung beschleunigen.

… ein umso gelungenerer Start in den Tag!

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per un caffè … das IASB nimmt Fahrt auf in Richtung #SustainabilityGAAP

und was mir heute morgen beim Espresso noch eingefallen ist …..

Der Klimawandel ist ein Thema, zu dem Investoren und andere Interessengruppen das International Accounting Standards Board (Board) zunehmend zur Rede stellen.

Warum wird Nachhaltigkeit nicht explizit in den IFRS-Standards erwähnt? – diese Rufe werden mehr und mehr gehört …

In einer aktuellen Veröffentlichung des IASB aus November 2020 wird aufgezeigt, welche inhaltlichen Anknüpfungspunkte bereits jetzt zwischen IFRS und einer Nachhaltigkeitsbilanzierung bestehen. Die Diskussion wird entlang der Risikoberichterstattung geführt. Dieses Paper wird begleitet von einem Aufsatz von Nick Anderson, einem Mitglied des Board. Der Aufsatz bietet einen detaillierteren Überblick, der Investoren helfen soll, zu verstehen, was in den aktuellen Anforderungen und Leitlinien der IFRS zur Anwendung von Wesentlichkeit bereits vorhanden ist und wie es sich auf Klima- und andere neu entstehende Risiken bezieht.

Konkret werden folgende Bilanzierungsstandards und ergänzenden Leitlinien erörtert …

  • IAS 1 Presentation of Financial Statements; Paragraphs 25–26, 122–124, 125–133
  • IAS 2 Inventories; Paragraphs 28–33
  • IAS 12 Income Taxes; Paragraphs 24, 27–31, 34, 56
  • IAS 16 Property, Plant and Equipment; paragraphs 7, 51, 73, 76
  • IAS 38 Intangible Assets; paragraphs 9–64, 102, 104, 118, 121, 126
  • IAS 36 Impairment of Assets; Paragraphs 9–14, 30, 33, 44, 130, 132, 134–135
  • IAS 37 Provisions, Contingent Liabilities and Contingent Assets; paragraphs 14–83, 85–86
  • IFRIC 21 Levies; paragraphs 8-14
  • IFRS 7 Financial Instruments: Disclosures; Paragraphs 31–42, B8
  • IFRS 9 Financial Instruments; Paragraphs 4.1.1(b), 4.1.2A(b), 4.3.1, 5.5.1–5.5.20, B4.1.7
  • IFRS 13 Fair Value Measurement; Paragraphs 22, 73–75, 87, 93
  • IFRS 17 Insurance Contracts; Paragraphs 33, 40, 117 and 121–128, Appendix A

…. hierzu heißt es:

Die IFRS-Standards beziehen sich nicht explizit auf klimarelevante Sachverhalte. Unternehmen müssen jedoch klimabezogene Sachverhalte bei der Anwendung der IFRS-Standards berücksichtigen, wenn die Auswirkung dieser Sachverhalte im Kontext des Abschlusses als Ganzes wesentlich ist. Eine Information ist dann wesentlich, wenn von ihr durch Weglassen, falsche Angaben oder Unkenntlichmachung vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie Entscheidungen beeinflusst, die primäre Adressaten von Abschlüssen (im Folgenden Investoren) auf der Grundlage dieser Abschlüsse treffen, die Finanzinformationen über ein bestimmtes Unternehmen liefern. Beispielsweise können Informationen darüber, wie das Management klimabezogene Sachverhalte bei der Erstellung des Abschlusses eines Unternehmens berücksichtigt hat, in Bezug auf die wichtigsten Ermessensentscheidungen und Schätzungen, die das Management getroffen hat, wesentlich sein.

Zur Bedeutung der Materialität in der Integrierten Berichterstattung siehe mein Blogeintrag https://marcopazzaglia.com/2020/11/03/wesentlichkeit-materiality-des-pudels-kern-in-der-nachhaltigkeitsberichterstattung/.

Bereits im April 2019 haben das Australian Accounting Standards Board (AASB) und das Auditing and Assurance Standards Board (AUASB) ein gemeinsames Bulletin mit dem Titel „Climate-related and other emerging risks disclosures: assessing financial statement materiality using AASB/IASB Practice Statement 2“ veröffentlicht. Diese Publikation hat ganz offensichtlich das IASB bewogen ebenfalls sich stärker damit auseinanderzusetzen, wie Nachhaltigkeit und Accounting ineinandergreifen.

Der Schwerpunkt dieser Veröffentlichung lag auf der Veranschaulichung, wie qualitative externe Faktoren, wie z. B. die Branche, in der das Unternehmen tätig ist, und die Erwartungen der Investoren solche Risiken „wesentlich“ machen und Angaben im Abschluss rechtfertigen können, unabhängig von ihren numerischen Auswirkungen.

Quelle: https://www.auasb.gov.au/admin/file/content102/c3/AASB_AUASB_Joint_Bulletin_May2019.pdf
Quelle: https://www.auasb.gov.au/admin/file/content102/c3/AASB_AUASB_Joint_Bulletin_May2019.pdf

Auch wenn das für den ein oder anderen alles sehr trockene Inhalte sind, so ist es für SDGs, ESG, Sustainability & Co doch gut zu wissen, dass sich die Regulatoren auf den Weg machen, den Unternehmen einiges ins Pflichtenheft zu schreiben bzw. unterstreichen was bereits darin steht. In einem Pflichtenheft, das die Spielregeln der Rechnungslegung auf dem Globus bestimmt!

Dies hat eine entscheidende Hebelwirkung für die Entwicklung hin zu einer nachhaltigeren Ökonomie.

… ein umso gelungenerer Start in den Tag!

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per un caffè … Circular Economy – Wertschöpfung in einem Kreislauf denken

und was mir heute morgen beim Espresso noch eingefallen ist …..

A circular economy is one that is restorative and regenerative by design.https://www.ellenmacarthurfoundation.org/

Circular Economy ist ein neues Paradigma unserer Gegenwart, um bestehende Wertschöpfungsmodelle zu überdenken, um Innovation, Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit miteinander zu verbinden, und um auf die großen ökologischen und sozialen Fragen unserer Zeit konkret zu antworten.

Im Mai 2015, zu einer Zeit als die integrierte Berichterstattung gerade auf der Agenda zahlreicher CEOs ihren Platz gefunden hatte, hat die Ellen MacArthur Foundation mit dem Material Circularity Indicator MCI ein Konzept entwickelt, um die Entwicklung hin zu einer Circular Economy messbar zu machen. Die Niederlande haben im September 2016 den Entschluss gefasst bis 2050 ihre Wirtschaft von einer linearen Wertschöpfung in eine Kreislaufwirtschaft überführt zu haben. Enel, Großkonzern und Global Utility Player, hat in 2018 das CirculAbility Model© entwickelt, das ähnlich wie beim MCI darauf abzielt den Erfolg von Circular Economy in Kennzahlen messbar zu machen.

Ein auf Zirkularität basierendes Geschäftsmodell setzt die größtmögliche Zusammenarbeit zwischen allen beteiligten Akteuren voraus; Enel hat sich als „big ticket“ der europäischen und globalen Wirtschaft dazu entschieden (CE commitment) sich dem Dialog mit Akteuren zunächst in Italien zu öffnen, die die Vision des Unternehmens teilen, die Wertschöpfungsketten einzubeziehen und gemeinsame Initiativen zur Sicherung der natürlichen Ressourcen und zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit des Landes zu fördern. Im Jahr 2017 rief Enel daher die Alleanza per l‘economia circulate ins Leben und unterzeichnete eine Absichtserklärung mit Unternehmen des Sektors “Made in Italy“, die in einer Reihe von Sektoren der Fertigungsindustrie führende Positionen einnehmen (siehe hierzu auch 100 Italian Circular Economy Stories der Fonadzione Symbola). Ziel der Allianz ist es, eine globale Entwicklung des Produktionsszenarios aus einer zirkulären Perspektive zu denken, sich auf dahingehende Innovation zu konzentrieren, den Austausch von Erfahrungen und bewährten Verfahren zu unterstützen und einen ständigen Dialog mit dem gesamten Ökosystem aufrechtzuerhalten. Im Jahr 2019 ermöglichte ein zunehmendes Interesse an der Initiative der Allianz eine immer größere Beteiligung hinsichtlich der Anzahl der beteiligten Unternehmen und der vertretenen Sektoren, so dass die Unterstützung für die Entwicklung zirkulärer Geschäftsmodelle zumindest in Italien stetig zunimmt (Position Paper 2020).

Der Weg von einer linearen zu einer Kreislaufwirtschaft

  • In einer linearen Wirtschaft werden Rohstoffe aus der Natur/Erde gewonnen, genutzt und weggeworfen: „take-make-waste“.
    Diese Ökonomie führt bestenfalls zu einer relativen Entkoppelung des Wirtschaftswachstums von der Nutzung der natürlichen Ressourcen.
Quelle: https://www.government.nl/binaries/government/documents/policy-notes/2016/09/14/a-circular-economy-in-the-netherlands-by-2050/17037+Circulaire+Economie_EN.PDF
  • In der Wiederverwertungswirtschaft werden viele nicht wiederverwertbare Materialien wieder verwendet (Kaskadierung, Reparatur/Instandhaltung, Wiederverwendung, Wiederaufarbeitung, Recycling).
    Diese Wiederverwendungswirtschaft führt bestenfalls teilweise zu einer absoluten Entkoppelung des Wirtschaftswachstums von der Nutzung natürlicher Ressourcen und von den Emissionen: Die Nachfrage nach natürlichen Ressourcen und die Emissionen nehmen mit dem Wirtschaftswachstum ab.
Quelle: https://www.government.nl/binaries/government/documents/policy-notes/2016/09/14/a-circular-economy-in-the-netherlands-by-2050/17037+Circulaire+Economie_EN.PDF
  • Das Idealbild ist eine Kreislaufwirtschaft, in der die Rohstoffe nie erschöpft sind. Diese Wirtschaft kann so strukturiert werden, dass es eine positive Kopplung zwischen Wirtschaftswachstum und dem Wachstum der natürlichen Ressourcen gibt („negative“ Emissionen / positiver Fußabdruck). In einer Kreislaufwirtschaft werden die Wertschöpfungsketten anders organisiert sein.
Quelle: https://www.government.nl/binaries/government/documents/policy-notes/2016/09/14/a-circular-economy-in-the-netherlands-by-2050/17037+Circulaire+Economie_EN.PDF

Die PBL Nertherlands Environmental Assessment Agency hat mit Blick auf den Ansatz von „Circular Economy“ eine so genannte R-Leiter entwickelt, in der verschiedene Strategien beschrieben werden, die zu einem reduzierten Einsatz neuer Ressourcen beitragen.

Quelle: https://www.pbl.nl/sites/default/files/downloads/pbl-2018-circular-economy-what-we-want-to-know-and-can-measure-3217.pdf

Die Strategien sind:

  • • R1: Verweigern und Umdenken. Diese Strategie betrifft den Verzicht auf bestimmte Produkte (Refuse) oder sie intensiver zu nutzen, indem sie gemeinsam genutzt werden oder durch eine Multifunktionalität (Rethink).
  • • R2: Reduzieren. Reduzieren betrifft eine effizientere Herstellung von Produkten oder sie effizienter zu nutzen.
  • • R3: Wiederverwendung. Die Lebensdauer von Produkten kann verlängert werden, wenn sie wieder verwendet werden (Wiederverwendung).
  • R4: Reparieren und Aufarbeiten. Bei dieser Strategie geht es auch darum, die Lebensdauer von Produkten zu verlängern, aber in diesem Fall durch deren Reparatur (Repair) oder die Wiederverwendung bestimmter Teile (Refurbish), oder sie an neue Normen anzupassen.
  • R5: Wiederverwertung. Diese Strategie betrifft die Verarbeitung und Wiederverwendung von Ressourcen (Recycle). Dazu gehört die Verarbeitung und Trennung von sogenannten Restströmen (oder Abfallströmen) und sie wiederzuverwenden.
  • R6: Wiederherstellen. Die Rückgewinnungsstrategie betrifft die Rückgewinnung von Energie aus bestimmten Materialien.

Zum Status Quo der Umsetzung von Circular Economy Ansätzen in Europa

gibt es eine aktuelle, umfangreiche Studie von The European House – Ambrosetti.

Das Unternehmertum in Italien, die „Thought-Leadership“ derEllen MacArthur Foundation und die politische Zielsetzung der Institutionen Der Niederlande – drei Beispiele in Europa, die zeigen, dass sich etwas bewegt; konkret, mit Fokus und Passion für ein gutes Ziel, den Erhalt unseres Planeten.

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per un caffè … sustainabilityGAAP – das IDW positioniert sich

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Auch in Deutschland tut sich was in Richtung Sustainability GAAP – das Vertretungsorgan des Berufsstandes der Wirtschaftsprüfer in Deutschland bezieht Stellung. Das Positionspapier Sustainable Finance des Instituts für Wirtschaftprüfer datiert vom 30. September 2020, veröffentlicht am 8. Oktober 2020, enthält das klare Bekenntnis zu einer nachhaltigen Transformation der Wirtschaft.

In der Zusammenfassung des Positionspapiers heißt es „…. Die Fachgremien des IDW begleiten die Entwicklungen und Initiativen zur Förderung nachhaltigen Wirtschaftens (daher) aus Überzeugung.“.

Die EU treibt im Kontext „Green Deal“ konkrete Maßnahmen (Konsultation zur Sustainable Finance Strategy der EU sowie Rücklauf zur Konsultation) voran und drückt aufs Tempo. Diese sollen im Kern sicherstellen, dass:

  • Finanzströme in nie dagewesenem Umfang in die Finanzierung nachhaltiger Aktivitäten umgeleitet werden,
  • ESG-Risikoüberlegungen im Risikomanagement von Unternehmen stärker verankert werden und
  • die Transparenz gefördert wird.

Der enge zeitliche Kontext des IDW Positionspapiers zur Verlautbarung aus 09/2020 der 5 großen Sustainability Institutions (CDP, CDSB, GRI, IIRC und SASB) enger Zusammenarbeiten zu wollen, um mehr Klarheit in den Nachhaltigkeits-Regelungs-Dschungel zu bringen. Gleichlautende Impulse aus 09/2020 von der IFRS Foundation und die Absicht ein Sustainability Standards Board neben dem IASB zu etablieren, um ein global abgestimmtes Sustainability GAAP zu formen. All das ist ein klares Signal – Europa ist es ernst darum, die Wirtschaft nachhaltig zu transformieren und zwar „jetzt“ und nicht erst in den nächsten Dekaden!

Nach Einschätzung des IDW Bankenfachausschuss (BFA) ist „aufgrund der zunehmenden regulatorischen Anforderungen zu erwarten, dass Finanzinstitute künftig vermehrt ESG-Aspekte in die Gesamtorganisation und Geschäftsprozesse, inkl. des internen Kontrollsystems (IKS), einfließen lassen. In Kreditprozessen sind dafür Schritte, Vorgaben, Kompetenzen und Ressourcen zur Prüfung einer Taxonomie-Konformität aufzubauen. Darüber hinaus ist hierfür eine verlässliche Datenversorgung sicherzustellen. Nationale wie internationale Institutionen sehen in dem Aufbau von belastbaren Nachhaltigkeitsdatenbanken einen wesentlichen Bestandteil der politischen Nachhaltigkeitsstrategien. Bei der Eigenanlagen in Aktien wäre eine ESG-konforme Stimmrechtsausübung durch die Institute zu prüfen.“ Siehe zu vorstehenden Einschätzungen des BFA auch die Verlautbarungen der European Banking Authority (kurz EBA) in den Abschnitt 4.3.5 und 4.3.6 (Tz. 56ff.) der Guidelines on loan originating and monitoring vom 29. Mai 2020 sowie dem Aktionsplan „Sustainable Finance“ der EBA vom 6. Dezember 2019.

Die Perspektive des IDWs unterstreicht, was an diversen anderen Stellen schon einige Zeit zuvor postuliert wurde und sich in den letzten 24 Monaten rasant den Weg bahnt „Die globalen, europäischen und nationalen Institutionen sehen vor allem Kreditinstitute, Versicherungen und Vermögensverwalter in einer Schlüsselposition bei der Erreichung der Nachhaltigkeitsziele. Dem Finanzsektor wird also als Hebel eine entscheidende Rolle bei der nachhaltigen, insbes. grünen Transformation beigemessen. Er ist zumeist erster Ansatzpunkt regulatorischer Maßnahmen. Zudem erhöht auch das Verhalten der Märkte den Druck auf Finanzdienstleister. ESG-Aspekte stellen inzwischen entscheidungskritische Parameter für viele Marktteilnehmer dar.

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GRI – Global Reporting Initiative

Die GRI wurde 1997 in Boston nach dem öffentlichen Aufschrei über die Umweltschäden durch die Ölkatastrophe der Exxon Valdez gegründet. Die Wurzeln liegen in den Non-Profit-Organisationen CERES und dem Tellus-Institute (mit Beteiligung des UN-Umweltprogramms UNEP). Ziel war es, den ersten Mechanismus zur Rechenschaftslegung zu schaffen, um sicherzustellen, dass Unternehmen sich an die Grundsätze verantwortungsvollen Umweltverhaltens halten, der dann auf soziale, wirtschaftliche und Governance-Fragen ausgeweitet wurde.

Die erste Version des damaligen GRI-Leitfadens (G1), der im Jahr 2000 veröffentlicht wurde, stellet den ersten globalen Rahmen für die Nachhaltigkeitsberichterstattung dar. Im folgenden Jahr wurde die GRI als unabhängige, gemeinnützige Institution gegründet. Im Jahr 2002 zog die GRI nach Amsterdam, Niederlande, um, und die erste Aktualisierung der Richtlinien (G2) wurde veröffentlicht. Da die Nachfrage nach GRI-Berichterstattung und die Akzeptanz von Organisationen stetig zunahm, wurden die Richtlinien erweitert und verbessert, was zu G3 (2006) und G4 (2013) führte.

Da sich die Beteiligung an der Nachhaltigkeitsberichterstattung auf der ganzen Welt verbreitete, begann GRI mit der Eröffnung einer Reihe von Regionalbüros. Dies führte zum heutigen Netzwerk von Hubs in Brasilien (2007), China (2009), Indien (2010), den USA (2011), Südafrika (2013), Kolumbien (2014) und Singapur (2019). Globale GRI-Konferenzen wurden (in Amsterdam) in den Jahren 2006, 2008, 2010 und 2016 abgehalten, wobei der Schwerpunkt seitdem auf regelmäßigeren regionalen oder virtuellen Gipfeltreffen liegt.

Im Jahr 2016 ging die GRI von der Bereitstellung von Richtlinien zur Festlegung der ersten globalen Standards für die Nachhaltigkeitsberichterstattung – den GRI-Standards – über. Die Standards werden weiterhin aktualisiert und ergänzt, einschließlich neuer Themenstandards zu Steuern (2019) und Abfall (2020).

Die GRI-Leitlinien zur Nachhaltigkeitsberichterstattung bieten Berichterstattungsgrundsätze, Standardangaben und eine Umsetzungsanleitung zur Erstellung von Nachhaltigkeitsberichten für alle Organisationen, unabhängig von Größe, Branche oder Standort. Die Leitlinien bieten auch eine internationale Referenz für diejenigen, die an den Angaben von Organisationen in Bezug auf deren Unternehmensführung sowie den ökologischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Leistungsdaten und Auswirkungen interessiert sind. Die Leitlinien bieten eine Hilfestellung bei der Ausarbeitung aller Arten von Dokumenten, die solche Angaben erfordern.

Sie wurden unter Einbeziehung zahlreicher Stakeholder aus der Wirtschaft, Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretungen, der Zivilgesellschaft und den Finanzmärkten sowie Wirtschaftsprüfern und Fachleuten verschiedener Disziplinen und in enger Zusammenarbeit mit Aufsichts- und Regierungsbehörden in mehreren Ländern entwickelt. Die Entwicklung der Leitlinien erfolgt in Übereinstimmung mit international anerkannten Berichterstattungsdokumenten (Global Alignment), auf die in den Leitlinien verwiesen wird.

Die meisten großen deutschen Unternehmen erstellen neben Jahresbilanzen und Geschäftsberichten freiwillig auch Nachhaltigkeitsberichte, in denen sie über die sozialen, ökologischen und ökonomischen Dimensionen ihrer Unternehmenstätigkeit Rechenschaft ablegen. Zur Qualitätssicherung und zur Vergleichbarkeit ist es wichtig, dass diese Berichte gewissen Standards entsprechen. Während die finanzielle Berichterstattung von Unternehmen gesetzlich eng geregelt ist, ist die Nachhaltigkeitsberichterstattung vergleichsweise frei von regulatorischen Rahmenbedingungen zu Form und Inhalt – auch die seit 2017 für einen definierten Kreis von Unternehmen bestehende gesetzliche Verpflichtung zur Nichtfinanziellen Erklärung lässt noch weite Freiräume.

Im Bereich der Freiwilligkeit haben sich die Richtlinien der Global Reporting Initiative zum weltweit führenden Berichtsrahmen entwickelt ( International – GRI Studie 2020 ). Die von deutschen Unternehmen vorgelegten Nachhaltigkeitsberichte folgen überwiegend diesen Richtlinien (https://csr.nrw.de/no_cache/csr-leitlinien/csr-standards/).

Die GRI-Standards repräsentieren damit eine “global best practice“ für die öffentliche Berichterstattung zu verschiedenen ökonomischen, ökologischen und sozialen Auswirkungen. Eine auf den Standards basierende Nachhaltigkeitsberichterstattung informiert über die positiven oder negativen Beiträge einer Organisation zu einer nachhaltigen Entwicklung.

Die modularen, miteinander verbundenen GRI-Standards (deutsche Fassung hier abrufbar ; zuletzt genutzt Oktober 2020) sollen in erster Linie als ein Satz zur Erstellung eines Nachhaltigkeitsberichts, der sich auf wesentliche Themen konzentriert, verwendet werden. Die drei universellen Standards werden von jeder Organisation, die einen Nachhaltigkeitsbericht erstellt, verwendet. Eine Organisation wählt außerdem themenspezifische Standards − ökonomische, ökologische oder soziale − aus, um über ihre wesentlichen Themen zu berichten.

Die Erstellung eines Berichts in Übereinstimmung mit den GRI-Standards gibt aus Sicht der Vereinigung ein umfassendes Bild über die wesentlichen Themen eines/r Unternehmens/Organisation, die damit verbundenen Auswirkungen sowie darüber, wie diese gehandhabt werden. Darüber hinaus kann eine Organisation ausgewählte GRI-Standards vollständig oder teilweise verwenden, um spezifische Informationen anzugeben.

Quelle: https://www.globalcompact.de/wAssets/docs/Reporting/verbindungen_schaffen-nutzung_der_GRI_G4_leitlinien_zur_berichterstattung_ueber_die_Global_Compact_Prinzipien.pdf

Die Leitlinien der Global Reporting Initiative stellen einen Berichtsrahmen dar, der die Angaben definiert, über die die Unternehmen berichten können. Dies sind einerseits 56 allgemeine Angaben, die Informationen zum Unternehmen und zum Berichtsprofil umfassen, andererseits 79 themenspezifische Angaben. Letztere sind zusammengefasst in 33 themenspezifische Standards, die unterteilt sind in Wirtschaftliche Standards (6 Standards mit 13 Angaben), Umweltstandards (8 Standards mit 32 Angaben) und Soziale Standards (19 Standards mit 34 Angaben). Jeder themenspezifische Standard enthält neben den themenspezifischen Angaben auch Angaben zum Managementansatz. Das berichtende Unternehmen muss sich zwischen zwei Optionen entscheiden:

umfassend oder Kern.

Bei Wahl der Option umfassend sind alle 56 allgemeinen Angaben zu beantworten, bei der Option Kern nur mindestens 33. Um zu definieren, über welche themenspezifischen Standards berichtet werden soll, führt das berichtende Unternehmen eine Wesentlichkeitsanalyse durch. Standards gelten als wesentlich, wenn sie die wesentlichen wirtschaftlichen, ökologischen und gesellschaftlichen Auswirkungen der Organisation wiedergeben oder die Beurteilungen und Entscheidungen der Stakeholder maßgeblich beeinflussen. Ist ein Standard als wesentlich definiert, dann muss bei der Option umfassend über jede der zugehörigen themenspezifischen Angaben berichtet werden, bei der Option Kern nur über mindestens eine Angabe. Wird über eine ausgewählte Angabe nicht vollständig berichtet, müssen die Auslassungen im GRI-Inhaltsindex, der jedem Bericht beizufügen ist, angegeben und begründet werden.

Transparency International kommt in der Studie 2020 zu den Ergebnis, das in Deutschland nur fünf von 19 Unternehmen die Option umfassend wählten. In der Studie 2016 hatten noch 7 Unternehmen die Option umfassend gewählt. Inzwischen berichtet Siemens nicht mehr in Übereinstimmung mit den GRI-Standards, sondern orientiert sich nur noch daran – und wurde deshalb aus der Stichprobe herausgenommen. Bayer und REWE sind von der Option umfassend zur Option Kern gewechselt. Mit der Option umfassend verblieben also in der Stichprobe BASF, BMW, Daimler und Volkswagen – alles große Unternehmen der verarbeitenden Industrie. Hinzugekommen ist Telefónica Deutschland.

Quelle: https://www.transparency.de/fileadmin/Redaktion/Publikationen/2020/TI_GRI-Studie-2019_20-07-29.pdf
Quelle: https://www.transparency.de/fileadmin/Redaktion/Publikationen/2020/TI_GRI-Studie-2019_20-07-29.pdf
Quelle: https://www.transparency.de/fileadmin/Redaktion/Publikationen/2020/TI_GRI-Studie-2019_20-07-29.pdf
Quelle: https://www.transparency.de/fileadmin/Redaktion/Publikationen/2020/TI_GRI-Studie-2019_20-07-29.pdf

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